Wind of change

Wild bin ich und schrankenlos,
zärtlich bin ich meistens nicht.
Wehe alte Blätter fort,
schaffe Raum für neue Sicht

Wirble alles durcheinander,
gerade wenn man mich nicht sucht.
Dort wo es gestürmt wie wild,
trag ich mit mir neue Frucht.

Hinterlasse eine Schneise,
doch bei meinem wilden Ritt,
bringe ich auf meine Weise
zarte neue Samen mit.

© Barbara Hauser, 7.02.2011

Coronazeit

„die Zeit danach“ beginnt mit kleinen Schritten…

Menschen warten in langen Schlangen vor Mülltrennungsanlagen.
Geduldig sitzen sie in ihren Autos und lächeln befreit.
Sie ent-sorgen was sich in Kellern und Garagen angesammelt
und seinen Nutzen längst verloren hat – ein guter Anfang.

© bmh Mai 2020

Die Lichtung

Aletheia – die Wahrheit steht am Tor der Träume
und lässt dich schauen in sonst nicht bewohnte Innenräume –
eine Lichtung, wohlgeborgen und beschützt.

Wer ihr Erscheinen nur bedenkt, nicht auch erfühlt,
nimmt sie in Haft, fusslos versanden ihre Schritte
in tausend unbelebten Himmeln und tot sind wir, schon eh wir sterben.

Sie will gehegt, bewegt werden, so gut wir sie verstehen.
Lebendig ist die Wahrheit. Sie nutzt Bilder und Gedanken.
Auf Augenhöhe lasse beide wirken.

Lauschen … hören … und bedenken … dann tanzt
Lebendigkeit in ständiger Erneuerung, erwacht
im Winde des Bewusstseins.

© bmh / im Mai 2020